Was ist Palmöl?

Was ist Palmöl?

Palmöl ist ein Pflanzenöl, das aus dem Fruchtfleisch der Früchte der Ölpalme gewonnen wird. Palmkernöl wird aus den Kernen der Früchte gewonnen und besteht zu über 80% aus gesättigten Fetten. Ölpalmen sind dreimal so ertragreich wie Raps und beanspruchen für den gleichen Ertrag etwa ein sechstel der Fläche von Soja.

So ertragreich, vielseitig und preiswert Palmöl ist, so wenig ist Palmöl aus der heutigen Industrie nicht mehr wegzudenken.

Doch die Natur bezahlt einen hohen Preis dafür. Für Palmöl wird Regenwald gerodet.

 Wo taucht Palmöl auf?

Palmöl wird heutzutage praktisch überall verwendet. Vor allem in Lebensmitteln findet sich Palmöl. In Convenience Food (Fertig-Pizzen und andere Tiefkühlprodukte), in Snacks, in Margarine oder auch in Nutella. Auch in Kosmetika, Waschmitteln, Kerzen und zahlreichen anderen Produkten wird Palmfett verarbeitet. Greenpeace und der WWF schätzen, dass mittlerweile jedes zweite Produkt im Supermarkt Palmfett enthält. 

Was ist die Problematik?

Indonesien ist inzwischen zum grössten Palmölproduzenten der Welt aufgestiegen. Zusammen mit Malaysia erzeugt Indonesien über 85 Prozent der Weltproduktion. Und ein Ende des Wachstums ist nicht abzusehen.

Der Boom hat einen Grund: Die Ölpalme ist eine sehr ertragreiche Pflanze. Sie ist mehrjährig und die Ernte das ganze Jahr möglich. Auf derselben Fläche kann mit Ölpalmen viel mehr Öl produziert werden als mit anderen Ölpflanzen. Für Öl aus Raps benötigt man beispielsweise im Schnitt eine zwei- bis dreimal so grosse Fläche.

Diese Eigenschaften machen Palmöl-Plantagen lukrativ. Neue Plantagen entstehen nicht nur in Indonesien und Malaysia, sondern auch in anderen Tropenländern wie Papua-Neuguinea, Kolumbien, Nigeria und in der Elfenbeinküste. All diese Länder wollen vom Palmöl-Boom profitieren. Das hat drastische Folgen für Mensch und Natur.

Neuen Palmöl-Plantagen fallen meist wertvolle über Jahrhunderte gewachsene Tropenwälder zum Opfer, zahlreiche Arten verlieren so ihre Lebensgrundlage und das Aussterben von bedrohten Tierarten wird so unterstützt. Durch die Brandrodung und die Trockenlegung von Torfwäldern werden grosse Mengen an Treibhausgasen wie Kohlendioxid und Methan freigesetzt und somit der Klimawandel massiv vorangetrieben. Dort wo neue Plantagen entstehen, entzünden sich oft auch Konflikte um die Landnutzung.

Deklaration von Palmöl

Für verpackte Lebensmittel gilt seit 2014 eine Kennzeichnungspflicht, Palmöl muss also namentlich aufgeführt werden. Schwierig dabei ist, dass dies in vielen verschiedenen Varianten geschieht. Diese können verwirrend sein, und man verliert schnell den Überblick. Einige der Namen lauten wie folgt: Sodium Laureth Sulfate, Palm Kernel, Palmolein, Palmitate, Stearate usw. Dazu kommt, dass einzelne Zutaten, die zum Endprodukt zusammengemischt werden, bereits Palmöl enthalten, welches dann auf dem fertigen Produkt nicht deklariert ist. Wie Statistiken zeigen, ist das Öl bereits in jedem zweiten Lebensmittel im Supermarkt zu finden, auch in solchen, von denen wir es nicht erwarten würden. Hier in der Schweiz erhältliche Lebensmittel, die verstecktes Palmöl enthalten, sind: Pastetli, Engadiner Nusstorte, Toffifee, Vanillekipferlteig, Fertigpizzas, Nutella, Gemüsebouillon, Kägifret oder die meisten Kerzen.

 

Noch schwieriger wird es bei den Kosmetik- und Reinigungsprodukten. Auch hier finden wir extrem viele Produkte, die das Öl enthalten. Allerdings muss dieses hier nicht einmal klar deklariert werden. Steht auf einer Tagescreme: Enthält pflanzliches Öl, handelt es sich mit grosser Wahrscheinlichkeit um Palmöl. Welches Öl wirklich verwendet wurde, wissen letztlich nur die Einkäufer der Firmen. Da viele Produkte auf Englisch angeschrieben sind, erschwert sich das Erkennen der Inhaltsstoffe. Sonderbezeichnungen, die oft verwendet werden, sind zum Beispiel: Sodium Lauryl Sulfoacetate, Cetyl Palmitate oder Caprylic Triglyceride.

Wer also auf Palmöl verzichten will, muss sich Zeit nehmen. Dafür müssen Produkte und ihre Inhaltsstoffe genau analysiert werden. Mit der App von codecheck.info wird einem dabei geholfen. Die App scannt den Strichcode der jeweiligen Ware und zeigt an, ob kritische Inhaltsstoffe darin vorkommen. Ausserdem macht sie einen auf Alternativen aufmerksam. Einfacher wird es, wenn man nur Produkte kauft, die bereits palmölfrei angeboten werden — natürlich unser We Care Shampoo.

 

Quellenangabe: WWF, Greenpeace, Wikipedia, Umweltnetz-schweiz.ch

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